Dr. med. vet. Renald Bittner
Dr. med. vet. Renald Bittner
Medikamentenbedingte erektile Dysfunktion ist ein Zustand, bei dem die Einnahme bestimmter Medikamente zum Verlust des sexuellen Interesses oder Verlangens und zur Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten, führt. Diese Situation kann für viele Männer sehr belastend sein und ihre Lebensqualität und ihr emotionales Wohlbefinden beeinträchtigen.
Die Mechanismen, die einer medikamenteninduzierten Erektionsstörung zugrunde liegen, sind vielfältig und komplex. Einige Medikamente wirken auf das zentrale Nervensystem und unterdrücken es häufig, was zu schweren Schäden an den Blutgefäßen und damit zu einer dauerhaften erektilen Dysfunktion (ED) führen kann. Andere können sich auf den Hormonhaushalt, den Blutfluss und die Nervenfunktion auswirken, die alle eine entscheidende Rolle für die Fähigkeit spielen, eine Erektion zu erreichen und aufrechtzuerhalten.
Phosphodiesterase-Typ-5-Hemmer (PD-5-Hemmer) wie Sildenafil (Viagra), Vardenafil (Levitra) oder Tadalafil (Cialis) sind häufig verwendete Medikamente zur Behandlung von Erektionsstörungen. Diese Medikamente erhöhen die Durchblutung des Penis und erleichtern so das Erreichen und Aufrechterhalten einer Erektion als Reaktion auf sexuelle Stimulation.
Eine weitere Behandlungsmöglichkeit für medikamentös bedingte Erektionsstörungen sind intrakavernöse Injektionen von Alprostadil (Caverject, Edex), einer Art Prostaglandin E1. Bei dieser Methode wird Alprostadil mit einer feinen Nadel in die Basis oder die Seite des Penis injiziert. Dieses Medikament kann den Blutfluss erhöhen und eine Erektion hervorrufen. Es gilt allgemein als sicher und wirksam bei langfristiger Anwendung.
Es gibt verschiedene Strategien, um medikamenteninduzierte sexuelle Funktionsstörungen zu beheben.
Ein Ansatz ist der Wechsel des Medikaments.
Wenn ein Patient beispielsweise aufgrund eines bestimmten Antidepressivums an Erektionsstörungen leidet, kann er auf ein anderes Antidepressivum umsteigen, bei dem das Risiko, dass es zu ED kommt, geringer ist.
Eine weitere Strategie besteht in einer Dosisreduzierung oder in einer Medikamentenpause. Bei der Dosisreduzierung wird die Dosis des Medikaments, das die ED verursacht, gesenkt, während bei der Medikamentenpause das Medikament für einen bestimmten Zeitraum abgesetzt wird. Diese Strategien können bei der Behandlung von ED wirksam sein, sollten aber nur unter Anleitung eines Arztes angewandt werden.
Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist bei der Behandlung medikamenteninduzierter Erektionsstörungen von größter Bedeutung. Es ist wichtig, alle sexuellen Nebenwirkungen, die während der Einnahme von Medikamenten auftreten, offen zu besprechen, da es möglicherweise alternative Medikamente gibt, die Ihren Zustand behandeln können, ohne ED zu verursachen.
Bestimmte Arten von Medikamenten, wie z. B. Blutdruckmedikamente einschließlich Diuretika, sind dafür bekannt, dass sie erektile Dysfunktion verursachen. Es gibt jedoch auch alternative Medikamente, mit denen die gleichen Beschwerden behandelt werden können, ohne dass es zu ED kommt. Besprechen Sie mögliche Nebenwirkungen und Alternativen immer mit Ihrem Arzt, bevor Sie ein neues Medikament einnehmen.
Wir haben zwar einige Arten von Medikamenten hervorgehoben, die häufig mit ED in Verbindung gebracht werden, z. B. Antidepressiva, Mittel gegen Magengeschwüre, Beruhigungsmittel und Diuretika, aber es kann noch weitere Medikamente geben, die Erektionsprobleme verursachen können. Es ist wichtig, sich dieser Möglichkeit bewusst zu sein, und Patienten sollten immer ihren Arzt informieren, wenn sie nach der Einnahme eines neuen Medikaments sexuelle Nebenwirkungen verspüren.
Aufklärung und Bewusstseinsbildung in Bezug auf medikamenteninduzierte erektile Dysfunktion sind sowohl für Patienten als auch für Gesundheitsdienstleister von entscheidender Bedeutung. Fast alle Fälle von ED sind behandelbar, und die richtige Behandlung kann nicht nur die Symptome lindern oder beseitigen, sondern auch zu einer besseren allgemeinen körperlichen und seelischen Gesundheit des Patienten führen. In vielen Fällen kann die erektile Dysfunktion rückgängig gemacht werden, wobei die Remissionsrate nach 5 Jahren bei 29 % liegt. Es gibt also Hoffnung für Betroffene, und ein frühzeitiges Eingreifen kann zu besseren Ergebnissen führen.
Dr. med. vet. Renald Bittner